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Firmenjubiläum: 100 Jahre Glas Judenhofer GmbH I Von der kleinen Werkstatt zum modernen Familienbetrieb

Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung der Mediengruppe Attenkofer.

100 Jahre Glaserhandwerk

Die Glas Judenhofer GmbH feiert ihr Firmenjubiläum.  Aus einer kleinen Werkstatt entstand ein moderner Familienbetrieb, der heute in vierter Generation geführt wird.

Wer das Firmengebäude der Glas Judenhofer GmbH im Landshuter Gewerbegebiet West betritt, stößt im Eingangsbereich auf vier gerahmte Meisterbriefe. Sie erzählen die Geschichte eines Familienunternehmens von Landshuter Glasermeistern über fast ein Jahrhundert hinweg: Franz Xaver Judenhofer, geboren 1906, legte den Grundstein für den Betrieb. Auf ihn folgten Erich Judenhofer, dann Stephan Judenhofer, der den Betrieb heute führt. Sein Neffe, Maximilian Tutsch, ist ebenfalls seit diesem Jahr Geschäftsführer. Damit ist die Nachfolge bereits in vierter Generation geregelt.

Die Geschichte des Unterneh­mens beginnt im Jahr 1926. Damals gründete Franz Xaver Judenhofor seinen Betrieb in der Wolfgangsiedlung. „Das war wahrscheinlich nur eine kleine Werkstatt“, sagt Stephan Judenhafer, der anlässlich des 100-jährigen Firmenjubiläums auf die Geschichte seines Unternehmens zurückblickt. Glasermeister Franz Xaver Judenhofer fuhr damals mit seinem Moped über die Dörfer und reparierte bei Bauern zerbrochene Fensterscheiben. Be­zahlt ·wurde oft nicht mit Geld, son­dern mit einer Mahlzeit.

1952 eröffnete Sohn Erich Judenhofer ein eigenes Geschäft in der Johannisstraße. „Das Leistungsspektrum war damals noch sehr überschaubar", sagt Stephan Judenhofer, Reparaturen, Verglasungen sowie Bilderrahmen und Spiegel prägten den Arbeitsalltag. Mit dem Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg wuchs jedoch auch die Nachfrage. Bereits Ende der 1950er-Jahre entstand am damaligen Heuweg (heute Apianstraße) eine größere Werkstatt. 1970 folgte eine Fertigungshalle, in der Isolierglas, damals noch in Handarbeit, hergestellt wurden.

Alles neu am Alten Rennweg

Mit dem Enwerb des Grundstücks am Alten Rennweg begann Ende der 1970er-Jahre ein weiteres Kapitel der Firmengeschichte. Gebaut wurde eine größere Fertigungshalle mit Büro und Lagerhalle. 1982 wurde eine Isolierglaslinie dazugekauft - es war der Einstieg in die serielle Fertigung. Zu den wichtigsten Kunden gehörten damals zahlreiche Schreinereien aus der Region, die ihre selbst gefertigten Fenster mit Isolierglas aus Landshut ausstatteten. Auch an größeren Bauprojekten war das Unternehmen beteiligt, unter anderem bei der Verglasung des Klinikums Landshut, die mehrere Glasereien gemeinsam übernahmen.

Stephan Judenhofer begann mit 16 Jahren seine Ausbildung im Familienbetrieb. 1989 legte er die Meisterprüfung ab, 1994 wurde das Unternehmen zur GmbH umgewandelt und er übernahm die Geschäftsführung. Seitdem entwickelte sich der Betrieb kontinuierlich weiter und passte sich den Veränderungen der Branche an.

Mit dem Wandel der Märkte mussten sich bei Judenhofer auch die Geschäftsbereiche verändern.  „Viele Schreinereien produzieren heute keine Fenster mehr selbst, sondern verbauen industrielle Fertigelemente", berichtet Stephan Judenhofer. Dafür gewann die Zusammenarbeit mit Metallbauunternehmen an Bedeutung. Heute fertigt das Unternehmen unter anderem auch Glasfassaden, Trennwände, Glasgeländer, Duschen und Glastüren an.

Gleichzeitig investiert der Familienbetrieb kontinuierlich in neue Technik. Erst im vergangenen Jahr wurde eine Wasserstrahlschneidanlage angeschafft, mit der sich Glas in nahezu beliebigen Formen bearbeiten lässt. Als Nächstes ist die Anschaffung eines Montagekrans geplant, um immer größer und schwerer werdende Glaselemente sicher einsetzen zu können. Die bislang größte Scheibe, die das Unternehmen montierte, maß sechs mal 3,10 Meter und brachte rund 1,5 Tonnen auf die Waage.

Das Unternehmen wuchs in den vergangenen Jahren zeitweise auf 20 Mitarbeiter an. Die Suche nach qualifizierten Fachkräften sei aller­dings schwieriger geworden, berichtet Stephan Judenhofer. Deshalb bildet die Glaserei weiterhin selbst aus. Mit Maximilian Tutsch steht die neuen Generation bereits bereit. Der Glasermeister ist seit diesem Jahr Geschäftsführer und wird die Geschicke des Unternehmens künftig in vierter Generation mitverantworten.

Am Freitag gratulierten der Vizepräsident der IHK Niederbayern, Hans Graf, sowie der Landshuter IHK-Regionalbetreuer Marc-Andre Afram der Glas Judenhofer GmbH persönlich zum 100-jährigen Firmenjubiläum und überreichten den beiden Geschäftsführern Stephan Judenhofer und Maximilian Tutsch eine Urkunde der Industrie- und Handelskammer Niederbayern.

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Bildunterschrift:

Der Landshuter IHK-Regionalbetreuer Marc-André Alram (von links) und IHK-Vizepräsident Hans Graf gratulierten den beiden Geschäftsführern der Glas Judenhofer GmbH, Stephan Judenhofer und Maximilian Tutsch, am Freitag zum Firmenjubiläum. Foto: Christine Viniçon


Quelle: Landshuter Zeitung vom 8. August. 

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