Ein Hort des Rechts mit viel Transparenz

Immer wieder in den Jahren seit der Deutschen Einheit geriet die ehemalige Kreisstadt Grimma im Südosten von Leipzig in die überregionalen Schlagzeilen, weil die Mulde als einer der wasserreichsten Nebenflüsse der Elbe für Überschwemmungen sorgte. Besonders das Jahrhundert-Hochwasser von 2002 verursachte schwerste Schäden, auch am Grimmaer Schloss. Dessen durch die Flut ausgelöste Sanierung wurde nun, mehr als zehn Jahre danach abgeschlossen. Der Beitrag der Hunsrücker Glasveredelung Wagener GmbH & Co. KG aus Kirchberg zur Gesamterneuerung wurde im Rahmen des Objektwettbewerbes zur Jahrestagung der ISOLAR® Gruppe ausgezeichnet.

Konstruktiver Glasbau im Schloss Grimma Konstruktiver Glasbau im Schloss Grimma
Glasfassade mit ISOLAR SOLARLUX polaris // Glasfassade mit ISOLAR SOLARLUX polaris //
Verbindungsgang mit Glasschwertern und Glasstützen Verbindungsgang mit Glasschwertern und Glasstützen
ESG-H und VSG aus TVG im Verbindungsgang ESG-H und VSG aus TVG im Verbindungsgang
Glasträger mit VSG aus ESG-H im Dach des Foyers Glasträger mit VSG aus ESG-H im Dach des Foyers

Bis etwa auf das Jahr 1220 gehen die Ursprünge der überwiegend aus dem 15. Jahrhundert stammenden Schlossgebäude von Grimma zurück. 1443 wurde hier Herzog Albrecht der Beherzte geboren. Er gab der Albrechtsburg von Meißen ihren Namen und wurde zum Stammvater der „Albertiner“, die Sachsen bis 1918 regierten. Neben dem Schlossgebäude mit seinem Wendelstein existieren vor allem noch das alte Kornhaus mit Anbau und Teile des Westturms.

Mit den Planungen für die Sanierung nach der Flut von 2002 wurde im Jahr danach begonnen. Die Umsetzung der einzelnen Sanierungsmaßnahmen erfolgte schließlich ab 2010 mit einem Gesamtvolumen von rund 14,5 Mio. EUR. Neben den Arbeiten an den denkmalgeschützten alten Bauten gehörten dazu auch neue Ergänzungsbauten und die Außenanlagen. „Eine wesentliche Anforderung an die Ergänzungsbauten war eine maximale Transparenz“, beschreibt Architekt Jens Neumann den Brückenschlag zwischen Historie und Moderne, der von der Bauconzept Planungsgesellschaft mbH angestrebt wurde. Erweitert wurde das historische Ensemble um einen gläsernen Treppenturm, einen gläsernen, neuen Eingangsbereich und einen gläsernen Verbindungsgang.

„Eine richtig reizvolle Aufgabe, die uns mit allen unseren Fähigkeiten herausgefordert hat“, sagt dazu Wolfgang Wies, Geschäftsführer der Hunsrücker Glasveredelung und meint damit das Leistungspaket aus Erstellung der dreidimensionalen Werkplanung aller Stahl- und Glaselemente sowie Herstellung und Montage der Stahlkonstruktion und der Verglasungen. „Insgesamt waren für diesen Teil der Arbeiten am Schloss Grimma alleine neun Zustimmungen im Einzelfall der Bauaufsicht einzuholen.“ Dabei waren die Aufgabenstellungen für jeden einzelnen der drei gläsernen Ergänzungsbauten durchaus noch unterschiedlich.

Die Glasfassade für den Treppenturm besteht aus punktgehaltenem Sonnenschutz-Isolierglas mit Siebdruck und Aufbauten aus jeweils heißgelagertem Einscheiben-Sicherheitsglas (ESG-H) sowie VSG aus TVG für den Dachbereich. Die punktgehaltenen Isoliergläser mit Formaten bis zu rund 2,0m x 4,0m sind über „Spider“ mit einer Stahl-Unterkonstruktion verbunden.

Anders im neuen Foyer. Hier bestehen Außenhaut und Unterkonstruktion aus Glas. Die Fassadengläser bestehen aus dem Sonnenschutzglas ISOLAR SOLARLUX® polaris mit ESG-H und Beschichtung als Außenscheibe und VSG als Innenscheibe. Die vertikalen Fassadengläser sind teilweise punktgehalten und mit Glasstützen verbunden. Die Glasstützen wiederum bestehen aus VSG aus ESG-H. Sie wurden speziell für dieses Projekt entwickelt, geprüft und gefertigt.

Glasträger mit VSG aus ESG-H bilden auch das Raster für die Unterkonstruktion zum Dach im Foyer. Kürzere Träger sind in U-förmigen Edelstahlkonsolen geklemmt gelagert und mit langen Trägern verschraubt. So entsteht ein Raster, das als Auflager für die Sonnenschutzgläser im Dach des Foyers dienen kann. Auch für die Glasschwerter und deren Anordnung gilt: Alles wurde bezogen auf dieses Projekt entwickelt, geprüft und gefertigt.

Eine weitere Konstruktionsvariante ist die Basis für den gläsernen Verbindungsgang. Hier gibt es keine besonderen wärmetechnischen Anforderungen. Deshalb besteht die Außenhaut aus Einfachglas, ESG-H im Vertikalbereich und VSG aus TVG im Überkopfbereich. Die Unterkonstruktion bilden hier Rahmen, bestehend aus je einer Glasstütze und einem Glasschwert, die wie Nut und Feder in einem speziellen Verfahren miteinander verklebt sind. Wiederum gilt: Alles wurde extra für dieses Projekt entwickelt, geprüft und gefertigt.

Am 11. März 2013 wurde der Gebäudekomplex durch den Staatsminister der Finanzen, Prof. Dr. Georg Unland, und den Staatsminister für Justiz und Europa, Dr. Jürgen Martens, an die Nutzer übergeben. Das Amtsgericht Grimma und die Zweigstelle der Staatsanwaltschaft Leipzig ziehen in die neuen Räumlichkeiten ein. „Durch die Baumaßnahmen konnten wir den wertvollen Altbestand des Schlosses sichern und gleichzeitig moderne Räumlichkeiten für die Verwaltung schaffen. Der Erhalt und die Nutzung solch zentral gelegener, städtebaulicher Perlen sind wichtig für die Belebung unserer Innenstädte und tragen dazu bei, unser kulturelles Erbe zu bewahren", sagte Staatsminister Unland anlässlich der feierlichen Übergabe.

Die ISOLAR® Gruppe zeichnet das Projekt Schloss Grimma in ihrem Wettbewerb „Objekte 2012“ in der Kategorie „Innovative Objekte“ aus. Sie würdigt damit sowohl das Komplettpaket aus Beratung, Konstruktion, Fertigung und Montage als auch die Vielfalt innovativer Details, die die Erweiterung der Schlossanlagen zu einem wirklich außergewöhnlichen Projekt machen.

Weitere Informationen über die ISOLAR® Gruppe und ihre Produkte sind erhältlich bei allen ISOLAR® Partnern vor Ort und bei der ISOLAR®-Glas-Beratung GmbH, Auf der Mauer 13, D-55481 Kirchberg. Tel.: 0049-6763-521; Fax: 0049-6763-1278; Mail: service@isolar.de.

Daten zum Projekt:

Objekt: Umbau und Sanierung Schloss Grimma, 04668 Grimma
Bauherr: Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB)
Planung: Bauconzept Planungsgesellschaft mbH, 09350 Lichtenstein
Metallbau: Hunsrücker Glasveredelung Wagener GmbH & Co. KG
Glasfassade: ca. 900 m² ISOLAR SOLARLUX® polaris teilweise punktgehalten und teilweise mit Siebdruck in verschiedenen Aufbauten, ESG-H und VSG aus TVG, Glasschwerter und Glasstützen aus VSG aus TVG in verschiedenen Aufbauten. 
Hersteller: Hunsrücker Glasveredelung Wagener GmbH & Co. KG

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